Gemeinfreiheit

Das Projekt Gutenberg und die distributed proofreaders setzen sich für die unbeschränkte und kostenlose Zugänglichkeit aller Werke ein, deren Urheberrechte abgelaufen sind. Diese eigentlich selbstverständliche Haltung ist weltweit nicht selbstverständlich. Konflikte gibt es in zwei Richtungen.

Der Schöpfer eines Werkes hat ein Recht darauf, für die Nutzung dieses Rechtes durch Dritte bezahlt zu werden, beispielsweise wenn Musik aufgeführt oder ein Buch verkauft wird. Schliesslich bestreitet der Künstler damit seinen Lebensunterhalt. Doch oft versuchen Unbeteiligte daraus eigenen Profit zu ziehen, ohne den Künstler an den Erlösen zu beteiligen. Selbst ein Amerikanischer Präsident hat während seiner Amtsperiode bis zum Jahr 2021 immer wieder ohne Zustimmung und ohne Beteiligung der Komponisten Musik zur Stimmungsförderung bei seinen Veranstaltungen gespielt. Zu Recht sieht er sich deshalb einer ganzen Reihe von Klagen ausgesetzt.

Andererseits gibt es häufig Versuche, sich der Urheberrechte nach deren Ablauf zu bemächtigen. Meist stecken kommerzielle Interessen dahinter, wenn beispielsweise ein gemeinfreier Text neu verlegt wird und der Verleger nun ein neues Urheberrecht darauf verlangt oder andere Veröffentlichungen durch rechtliches Einschreiten zu verhindern versucht.

Dieser Praxis erteilen das Projekt Gutenberg und die distributed proofreaders eine klare Absage. Ihre ehrenamtliche Arbeit für die Literatur der Welt erfolgt gänzlich uneigennützig. Alle bearbeiteten Bücher und Manuskripte stehen grundsätzlich zum freien download zur Verfügung. Die Kosten für den Betrieb der dafür nötigen Datenverarbeitung und der Speicherplatz werden über Spenden finanziert.

Ohne Konflikte geht es aber auch dabei nicht ab. So klafft zwischen dem Amerikanischen Urheberrecht und dem Urheberrecht der meisten anderen Länder auf der Welt leider eine Lücke. Diese ergibt sich, da zum Beispiel in Europa die Rechte an einem Text 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers ablaufen. In USA allerdings laufen die Rechte derzeit 70 Jahre nach der Veröffentlichung eines Buches ab. Dann ist das Werk möglicherweise nach Europäischen Recht noch gar nicht urheberrechtsfrei.

Darüber hat sich unter anderem ein Streit zwischen Deutschen Verlagen und dem Projekt Gutenberg entzündet. Aus diesem Grund kann der Buchbestand des Projekt Gutenberg von einem Rechner in Deutschland zur Zeit nicht abgerufen werden.

Ähnlich ist es in Italien. Dort allerdings hat die Sperre des Buchabrufs möglicherweise übergreifende wirtschaftliche Gründe. Denn die Sperre wurde von der Italienischen Steuer- und Finanzverwaltung ausgelöst. Deren Zuständigkeit für das Urheberrecht und für das kostenlose Bereitstellen von Literatur wird allerdings von vielen Seiten ernsthaft bezweifelt.

Anders dagegen sieht die Situation aufgrund der Aktivität von einigen Verlagen aus. Diese nutzen gemeinfreie Werke, um sie im Internet, auf Datenträgern oder in neu verlegten Büchern anzubieten. Dabei erzielen sie Einnahmen durch Werbung auf den Angebotsseiten und verkaufen Datenträger und Neudrucke. Oft kommt es dabei zu Konflikten mit dem Vorwurf, die gemeinfreien Werke seien mit neuen Rechten durch die aktuellen Bearbeitungen belegt und an deren Verleger seien Gebühren zu zahlen, würden die gemeinfreien Werke anderweitig verteilt oder genutzt.

luxproofer ist der Meinung: die Pflege der Literatur liegt in der Hand der öffentlichen Bibliotheken. Sie haben den Auftrag, gemeinfreie Werke möglichst dauerhaft zugänglich zu machen. Dies geschieht kostenlos, um ein wichtiges Kulturgut zu bewahren. luxproofer sieht die Arbeit für das Projekt Gutenberg als Unterstützung für diesen öffentlichen Auftrag, indem das sehr aufwändige Korrekturlesen auf freiwilliger Basis auch den Bibliotheken zuarbeitet.

In Luxemburg stellt luxproofer die Ergebnisse seiner Literaturbearbeitung stets sofort der Luxemburger Nationalbibliothek und anderen interessierten Einrichtungen zur Verfügung. Damit ist auch gewährleistet, dass Interventionen von dritter Seite die Leserschaft nicht daran hindern können, auf das Kulturgut des Landes ungehindert zugreifen zu können.

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